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Vortrag im Seniorencafe


„Vergesslichkeit – wie halte ich mich geistig fit?“, unter dieser Überschrift hielt kürzlich Roswitha Moderegger, die Vorsitzende der Alzheimergesellschaft Südostbayern, einen Vortrag beim Seniorencafe Sonnenschein in Bad Reichenhall.

 

 Nach der Begrüßung durch Günter Wolf, den Geschäftsführer des Generationenbundes BGL, der das Seniorencafe alle zwei Wochen anbietet, und einer kurzen Einführung durch Michaela Obermeier, der Geschäftsführerin des Katholischen Bildungswerks, ging die Referentin zuerst auf die gravierenden Unterschiede zwischen der normalen Altersvergesslichkeit und den heute doch weit verbreiteten demenziellen Erkrankungen ein.
Während die Ursache bei der klassischen Altersvergesslichkeit vor allem in der verlangsamten Zellerneuerung und der nachlassenden Durchblutung der Gefäße im Gehirn zu finden ist und auch die Auswirkungen dieser Form der Vergesslichkeit überschaubar bleiben, kommt es bei der Demenz zu hirnorganischen Veränderungen, Nervenzellen sterben ab, und auch die Blutgefäße verändern sich, sodass das Kurzzeitgedächtnis auf Dauer vollkommen ausfällt, Wortfindungsstörungen zunehmen und sich deutliche Persönlichkeitsveränderungen bemerkbar machen.
Zwischenzeitlich, so Moderegger, hat die Medizin bei der Beurteilung dementieller Ausfälle durch reichliche Erfahrungen viel dazu gelernt und ist heute in der Lage, diese auch hinsichtlich ihrer Entstehung und ihrer Prognose sicherer einzuschätzen. Allerdings, und auch daran besteht kein Zweifel, ist Demenz, gleich welcher Ursache und Prognose, heute noch nicht heilbar und immer noch weitgehend behandlungsresistent. Zwar ist der Verlauf schleichend und langsam und oftmals werden die ersten Anzeichen von deren Umgebung gar nicht wahrgenommen. So treten, wenn auch seltener, manchmal bereits bei 50- bis 60-jäjhrigen erste, leichte Symptome auf wie erhöhte Reizbarkeit und leichte Persönlichkeitsveränderungen, die dann allerdings meist anderen Ursachen zugeordnet werden. Erst wenn dann eine deutlichere Vergesslichkeit hinzukommt, andere Menschen nicht mehr erkannt werden, liegt die Diagnose „Demenz“ nahe.
Risikofaktoren im Vorfeld, und damit ging Moderegger auf mögliche Vermeidungsstrategien gegen Demenz ein, sind Nierenerkrankungen, Vitaminmangel Schilddrüsenerkrankungen, Folsäuremangel, diverse Lebererkrankungen und hoher Blutdruck, aber auch Übergewicht, Diabetes und letztlich selbst Schwerhörigkeit höheren Grades. Zwar müssen diese Vorerkrankungen nicht zwangsläufig zu einer Demenz führen, sind jedoch geeignet, bei Vorhandensein einer entsprechenden genetischen Veranlagung, das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, deutlich zu erhöhen.
Daher, und nun schwenkte die Referentin wieder zu ihrem Ausgangsthema zurück, ist es wichtig, diese Risikofaktoren zu reduzieren oder zu vermeiden, aber auch, um den klassischen Altersvergesslichkeit entgegenzuwirken, sich frühzeitig zu bewegen. Wobei damit die Beweglichkeit des Körpers als auch die des Geistes gefragt ist. Während nahezu jede sportliche Betätigung, natürlich altersgerecht, hilfreich ist, und zwar bereits schon in frühen Jahren, gilt es, den Geist bewusst und zielgerichtet zu trainieren. Also, weniger passiver geistiger Konsum, Stichwort Fernsehen, sondern sich vielfältig zu betätigen, sich auch neuen Aufgaben nicht zu verschließen, sich zu engagieren, sich Interessenfeldern zuzuwenden, die herausfordernd sind – und nicht so oft auf das eigene Alter zu verweisen, wenn es darum geht, sich für etwas einzusetzen. Dies alles sind Wege, die einen Beitrag dazu leisten können, der Vergesslichkeit im Alter wenigstens etwas Einhalt zu gebieten. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist aber auch, Kontakte zu pflegen, sich mit anderen Menschen auszutauschen, andere Argumente, andere Sichtweisen anzuhören und sich mit diesen auseinanderzusetzen – und auf diese Weise den Geist in Bewegung zu halten.
Abgerundet wurde der Vortrag von Rositha Moderegger durch einen heiter-nachdenklichen Rückblich auf ihre Vita. Als gelernte Kindergärtnerin wandte sie sich jedoch schon früh der Betreuung von alten Menschen zu, war über Jahrzehnte in einschlägigen Einrichtungen in Leitungsfunktionen tätig und lernte so die alten Menschen kennen und schätzen. Und nicht nur die alten Menschen, sondern auch deren Eigenheiten, ihre Vorzüge, aber auch deren Veränderungen mit zunehmendem Alter, woraus sich so manche heitere bis skurrile Begebenheit erzählen ließ.

25.01.2022 G. Wolf

Bildhinweis: Die Vorsitzende der Alzheimergesellschaft Roswitha Moderegger in ihrem Element: Nicht jede Vergesslichkeit führt gleich zu Demenz, aber Demenz ist ein Krankheitsbild, das aus unserer alternden Gesellschaft nicht mehr wegzudenken ist.

 

 

 

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